Ein Mann oder eine Frau, der oder die Parfum auf sich sprüht, das zur Persönlichkeit passt.

Dein Parfum finden

Autor: Katharina

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Datum

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Lesezeit 9 min

Welches Parfum passt zu mir? Die Suche nach dem perfekten Parfum ist wie ein persönlicher Trip, der deine Persönlichkeit – also auch deine individuellen Vorlieben und Bedürfnisse – berücksichtigen sollte. Doch wie findest Du das eine Parfum, das wirklich zu dir passt? Und worauf gilt es zu achten, wenn man sich im Parfum-Game noch nicht so zu Hause fühlt? In diesem Parfum Guide, bzw. Ratgeber werden wir mit dir die Grundlagen der Parfumauswahl erkunden und dir helfen, diese sogenannte “Duftreise” zu beginnen, um daraus einen gelungenen Trip zu machen.

1. Grundlagen der Parfumauswahl

Ein Parfum entfaltet sich in der Regel in drei Phasen: Kopfnote, Herznote und Basisnote. Jede Phase bringt bestimmte Duftnoten hervor, die sich meist thematisch oder olfaktorisch gruppieren lassen. Zugleich geben diese Ebenen Auskunft darüber, wie sich ein Duft im Verlauf der Zeit verändert – vom ersten Sprühen bis zum tiefen Nachklang auf der Haut.

Kopfnoten

Die Kopfnoten sind die ersten Duftnoten, die du wahrnimmst,   wenn du das Parfum aufträgst. Sie sind meist leicht und flüchtig und sorgen für den ersten Eindruck des Duftes. Kopfnoten sind oft frisch und belebend und können zitrische, fruchtige oder würzige Noten enthalten. Diese Noten verschwinden jedoch relativ schnell nach dem Auftragen des Parfums, normalerweise innerhalb von 15-30 Minuten.

Herznoten

Nachdem die Kopfnoten verflogen sind, treten die Herznoten in den Vordergrund. Herznoten sind grundsätzlich etwas schwerer als Kopfnoten und bestimmen den Charakter des Duftes. Sie sind das "Herz" des Parfums und halten länger an als die Kopfnoten, normalerweise für mehrere Stunden. Herznoten können vor allem blumig, fruchtig, würzig oder holzig sein und verleihen dem Duft Tiefe und Komplexität.

Grundnoten

Die Grund- oder auch Basisnoten sind die tiefsten und lang anhaltendsten Duftnoten im Parfum. Sie kommen erst zum Vorschein, wenn die Kopf- und Herznoten verflogen sind und bleiben auf der Haut für Stunden oder sogar den ganzen Tag. Basisnoten sind oft schwerer und sinnlicher und geben dem Parfum seine Stabilität und Tiefe. Sie können z.B. Noten wie Moschus, Amber, Vanille, Patchouli oder holzige Noten enthalten und bilden das Fundament des Duftes.

2. Passt das Parfum zu meinem Lebensstil?

Dein persönlicher Stil, deine persönlichen Vorlieben und dein Lebensstil spielen eine entscheidende Rolle wenn du das richtige Parfum finden willst. Wichtig ist es, dies zu erkennen und darauf bezogen deine Duftvorlieben auszumachen. Sollen sie etwas verspieltes oder klares/kantiges darstellen. Soll der Duft sofort wahrgenommen werden, schwer sein und eine starke Sillage (Duftspur) oder möchtest du so etwas intimes wie den eigenen Duft erst preisgeben, wenn jemand nah an dir dran ist. Soll es eine dezente Unterschrift sein, oder mehr ein Bold-Statement?

3. Die eigenen Duftvorlieben erkennen

Um sich einfacher mit Duftgenren auseinandersetzen zu können hilft eine Unterteilung in ein paar grundlegende Duftrichtungen. Umso tiefer man aber eintaucht, desto granularer kann man werden und auch in Kombinationen verschiedener Duftwelten unterscheiden, die wiederum ein eigenes Genre bilden. Für die erste Einordnung hilft aus unserer Sicht am zuverlässigsten das Ausschlussprinzip. Im zweiten Schritt kann man dann eruieren, welches der übriggebliebenen Duft-Genre einem am meisten zusagt und dann auch in die besagten Kombinationen unterteilen. Wir unterscheiden grob in die folgenden Duftrichtungen:

3.1 Florale Düfte

Florale Düfte – oft auch einfach als „blumig“ bezeichnet – basieren auf Duftnoten, die aus Blüten oder blütenähnlichen Akkorden gewonnen werden. Klassiker wie Rose, Jasmin, Iris, Tuberose, Lavendel oder Veilchen gehören zu den bekanntesten Vertretern, doch die florale Duftfamilie ist deutlich breiter gefächert. Auch Orangenblüte, Ylang-Ylang, Magnolie oder Freesie prägen viele Kompositionen. Florale Noten können je nach Kombination pudrig, cremig, grün oder überraschend frisch wirken – sie verleihen Düften oft eine weiche, elegante oder auch helle Ausstrahlung.

3.2 Fruchtige Düfte

Fruchtige Düfte bringen oft eine saftige Frische und unbeschwerte Leichtigkeit mit sich. Sie wecken Assoziationen an sonnige Tage, reife Obstschalen oder kühle Cocktails im Schatten. Typische Noten sind etwa Apfel, Feige, Himbeere, schwarze Johannisbeere oder auch Wacholderbeere. Doch nicht alle fruchtigen Akkorde wirken sommerlich: Dicht-fruchtige Noten wie Pflaume oder Birne verleihen Düften eine tiefere, weichere Süße – passt also perfekt in die kalte Jahreszeit.

3.3 Frische Düfte

Frische Düfte halten, was ihr Name verspricht: Sie sorgen für einen belebenden Frischekick und wirken klar, sauber oder kühl. Häufig basieren frische Kompositionen auf zitrischen Noten wie Bergamotte, Zitrone oder Grapefruit. Aber auch grüne Akkorde wie Minze, Eukalyptus, Basilikum oder grüne Teeblätter spielen eine wichtige Rolle. Weitere frische Duftnoten sind etwa Gurke, Wassermelone, aquatische Akkorde oder leichte florale Noten wie Neroli.

3.4 Würzige Düfte

Würzige Düfte werden häufig mit dem klassischen Bild orientalischer Parfums in Verbindung gebracht – auch wenn der Begriff „orientalisch“ zunehmend kritisch gesehen wird. Typische Noten sind Zimt, Nelke, Pfeffer, Kardamom oder Muskat, oft kombiniert mit rauchigen Akkorden wie Weihrauch oder Leder. Auch warme Hölzer wie Sandelholz oder Zedernholz spielen eine zentrale Rolle. Solche Düfte wirken meist tief, warm und sinnlich – nicht selten begleitet von einer süßlichen Komponente. In der richtigen Kombination können sie aber auch überraschend frisch, herb oder elegant trocken wirken.

3.5 Holzige Düfte

Holzige Düfte erinnern an Spaziergänge im Freien – an frisches Holz, feuchte Erde und harzige Rinde. Oft werden sie auch mit mit einem knisternden Kaminfeuer an kalten Tagen in Verbindung gebracht. Sie wirken geerdet, trocken, oft leicht rau, manchmal auch warm und balsamisch. Typische Noten sind Zedernholz, Sandelholz, Vetiver, Patchouli oder Oud.

3.6 Süße, cremige Düfte

Süße oder cremige Düfte sollten nicht mit sogenannten Gourmand-Düften verwechselt werden (dazu später mehr). Ein süßer, cremiger Duft ist nicht unbedingt zuckrig oder dessertartig, sondern entsteht oft durch eine  Kombination aus floralen, fruchtigen oder würzigen Noten. Akkorde wie Tonkabohne, Benzoeharz, Vanille (in dezenter Dosierung), Osmanthus oder reife Fruchtnoten wie Pfirsich, Birne oder Pflaume bringen eine weiche Süße mit. Cremige Facetten wiederum entstehen oft durch weiße Blüten wie Tuberose, Jasmin oder Gardenie, aber auch durch Sandelholz, Cashmeran, Moschus oder milchige Akkorde.

3.7 Aquatische Düfte

Aquatische Düfte sind frisch, luftig und zurückhaltend und sind daher perfekt für den Alltag oder heiße Tage geeignet. Sie verbinden helle Noten wie Zitrone, Minze oder salzige Akkorde mit ozonischen, wasserähnlichen Elementen, die an Meeresbrise, klare Luft oder den Moment nach einem Sommerregen erinnern. Kombiniert werden diese Noten oft mit sanften Hölzern wie Zedernholz oder hellen Moschusnoten, um der Leichtigkeit etwas Tiefe zu verleihen.

3.8 Molekül Düfte

Ein Molekülduft besteht meist aus nur wenigen, oft sogar einzelnen Duftbausteinen. Er interagiert mit der individuellen Hautchemie und entwickelt dadurch bei jeder Person einen ganz eigenen Charakter. Statt komplexer Duftstrukturen setzt dieser Stil auf Transparenz, Subtilität und Hautnähe. Häufig eingesetzte Moleküle sind Iso E Super, Ambroxan oder verschiedene Moschusverbindungen.

3.9 Zitrische Düfte

Zitrische Düfte gelten als Inbegriff von Frische. Sie sind spritzig, klar und besitzen oft einen leicht aquatischen Unterton. Die Basis dieser Düfte sind oft ätherische Ölen aus Zitrusfrüchten wie Zitrone, Grapefruit, Bergamotte, Limette oder Orange und eröffnen viele Parfums mit einem belebenden Auftakt. Zitrische Noten sind flüchtig und bilden meist die Kopfnote, können aber durch Kräuter, Hölzer oder aquatische Akkorde ergänzt werden und erhalten somit mehr Tiefe.

3.10 Grüne Düfte

Grüne Düfte sind äußerst vielseitig und bewegen sich zwischen Frische, Natürlichkeit und Tiefe. Sie können klar, aquatisch oder „clean“ wirken, erinnern an frisch geschnittene Pflanzen, Blätter oder feuchtes Gras. In Kombination mit Hölzern, Harzen oder würzigen Noten entwickeln grüne Düfte jedoch eine deutlich dunklere, krautigere oder sogar erdige Seite. Typische grüne Duftnoten sind etwa Cannabis, Galbanum, Vetiver, Feigenblatt, grüner Tee, Basilikum, Salbei oder Tomatenblatt.

3.11 Gourmand Düfte

Ein Duft, der nach Nachtisch oder Süßigkeiten riecht? Ja bitte! Gourmand-Düfte setzen genau hier an: Sie arbeiten mit essbaren Akkorden wie Vanille, Karamell, Zucker, Praline oder gerösteten Nüssen und erinnern damit oft an Desserts, Gebäck oder cremige Drinks. Gourmand-Parfums haben meist eine deutlich wahrnehmbare Sillage und bleiben lange auf der Haut.

Woodberg Tipp: Um in bestimmte Richtungen mal genauer einzutauchen, schau mal bei unseren Fragrance Boxen vorbei. Da haben wir kuratierte Proben-Sets mit fünf thematisch zueinander passenden Düften, um das Entdecken von Düften zu erleichtern.

4. Hautchemie & Parfum

Deine Hautchemie kann den Duft eines Parfums stark beeinflussen. Bevor du dich für ein passendes Parfum entscheidest, teste es, um sicherzustellen, dass es gut mit deiner Haut harmoniert.

4.1 Wie die Hautchemie den Duft beeinflusst

Die Hautchemie spielt eine entscheidende Rolle beim Duft eines Parfums. Sie hat einen Einfluss darauf, wie sich das Parfum ausprägt und kann den Duft nochmal in eine ganz andere Richtung lenken.
Jeder Mensch hat eine einzigartige chemische Zusammensetzung auf seiner Haut, die durch Faktoren wie den pH-Wert, die Talgproduktion, die Schweißmenge und sogar die Ernährung beeinflusst wird. Diese individuelle Hautchemie interagiert mit den Duftstoffen eines Parfums und kann dazu führen, dass sich der Duft auf unterschiedliche Weise entfaltet.

Einige Duftnoten können auf der Haut einer Person intensiver oder länger anhalten als auf der Haut einer anderen. Um es einfach herunterzubrechen: Ein Parfum kann bei jemandem mit trockener Haut möglicherweise länger halten als bei jemandem mit öliger Haut, da die Duftmoleküle sich besser an trockene Haut binden können. Darüber hinaus können bestimmte Duftstoffe aufgrund der chemischen Reaktion mit der Haut einer Person anders riechen als im Flakon.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Hautchemie nicht nur den initialen Duft eines Parfums beeinflusst, sondern auch dessen Entwicklung im Laufe der Zeit. Ein Duft kann sich während des Tragens auf der Haut einer Person verändern, da die verschiedenen Duftnoten mit der Hautchemie interagieren und sich in eine bestimmte Richtung entwickeln. Was am Anfang als frisch und zitrusartig wahrgenommen wurde, kann sich später zu einem wärmeren und holzigeren Duft transformieren.

Letztendlich macht die individuelle Hautchemie die meisten Parfums zu einem Unikat. Das eine mehr und das andere weniger. Speziell die molekularen Parfums haben die starke Eigenschaft, mit der Hautchemie zusammenzuspielen und etwas Eigenes zu formen. Was bei einer Person großartig duftet, kann bei einer anderen Person ganz anders riechen. Es ist daher ratsam, Parfums vor dem Kauf auf der eigenen Haut zu testen, um sicherzustellen, dass sie mit der eigenen Haut harmonieren und den gewünschten Duftcharakter entfalten.

5. Wie Parfum richtig testen und anwenden?

Die Auswahl des richtigen Parfums erfordert Geduld und Experimentierfreude. Ein Parfum richtig zu testen ist dabei das A und O um herauszufinden, welches am besten zu dir passt, wie es sich auf deiner Haut entwickelt und welches deine Persönlichkeit am besten unterstreichen.

5.1 Ruhe und Zeit

Wir empfehlen beim Testen immer mit Ruhe und Zeit ans Werk zu gehen. Gehetzt, inmitten vieler anderer Menschen und Gerüche und sonstiger beeinflussender Faktoren, wie Lautstärke und optische Reize Parfums zu testen, kann beeinflussend wirken. Parfumproben in einer gewohnten Umgebung testen, mit ausreichend Zeit, auch um die Entwicklung und die Komponenten der Duftpyramide eines jeden Dufts beurteilen zu können, macht den Unterschied aus.

5.2 Ein gewohnter Ort zum Testen

Am besten testet sich Parfum an einem gewohnten Ort. Hier kannst du dir mehr Zeit nehmen und dich explizit immer wieder z.B. deinem Handgelenk widmen und das dort aufgesprühte Parfum riechen. Hier sind zudem auch weniger andere Parfums im Umlauf, als beispielsweise in einer Parfumerie, die dich ablenken oder deine Beurteilung trügen könnten.
So kannst du dir auch die benötigte Zeit lassen und z.B. jeden Tag ein anderes Parfum testen und auch die Haltbarkeit bewerten, deine Mitmenschen befragen und z.B. so etwas wie die Wirkung auf Arbeitskollegen und andere in feine Bewertung mit einfließen lassen.

5.3 Parfumproben statt Parfumerie

Genau aus den oben genannten Gründen, nämlich Ruhe und Zeit sowie das Testen an einem gewohnten Ort, bieten wir zu jedem Parfum auch Samples, also Parfumproben an ( hier findest du alles was du zu unseren Abfüllungen wissen musst ). Diese kannst du dir von Hand abgefüllt nach Hause bestellen, um dir genau den richtigen Moment, die richtige Stimmung und die richtige Zeit zum Testen aussuchen zu können. Wenn dich vor Ort nicht direkt ein Duft umhaut, kannst du dir z.B. bei uns im Store Parfumproben abfüllen lassen und diese in Ruhe zu Hause testen, um das Parfum zu finden, das zu dir passt und deine Persönlichkeit akzentuiert, sodass es im besten Fall der Duft wird, den du für immer an dir riechen möchtest.


Falls du schon zusammengestellte Proben-Sets stöbern möchtest, schau mal  hier  vorbei.

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