Der Teufel trägt Prada 2: Welche Düfte würden die Charaktere tragen?
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Lesezeit 11 min
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Endlich ist es so weit. Die Vogue-Riege rund um Miranda, Andy, Emily und Nigel kehrt nach 20 Jahren auf die große Leinwand zurück und bringt noch mehr Stil, noch mehr ikonische Momente und noch mehr Modewahnsinn mit als zuvor. Im ersten Teil stand Andy im Fokus und ihr Versuch, einen Job zu meistern, der sie zwischen zwei Welten hin- und herschleudert. Auf der einen Seite ihr normales, bodenständiges Leben mit Partner und Freund:innen, die nach der Arbeit gemeinsam in einer Bar verweilen. Auf der anderen Seite ihr Alltag als Assistentin von Miranda Priestly, der Chefredakteurin von Runway, einem fiktiven Magazin, das deutlich an die Vogue angelehnt ist. Wir erleben, wie Andy versucht, beides unter einen Hut zu bringen und wie sie mit dem Druck umgeht, den Miranda mit ihrer strengen, beinahe divenhaften Präsenz auf sie ausübt.
Auch im zweiten Teil wird die Dynamik zwischen Miranda und Andy wieder eine zentrale Rolle spielen. Im Kern geht es um Andys Rückkehr zu Runway, wo Miranda noch immer als Chefredakteurin das Sagen hat. Der erste Trailer deutet bereits an, dass die veränderte Medienlandschaft zur neuen Herausforderung wird. Auch Nigel und Emily sind wieder dabei: Emily inzwischen als Chefin einer Luxusmarke, Nigel nach wie vor als Hüter eines Kleiderschranks, der Herzen höherschlagen lässt.
Mit großer Vorfreude auf den zweiten Teil und die Looks, die womöglich erneut Kultstatus erreichen werden, stellt sich eine naheliegende Frage: Welche Düfte würden die einzelnen Charaktere heute tragen? Denn zu präzise kuratierten Looks und hochwertigen Marken gehört auch ein Duft, der nicht nur ergänzt, sondern ein klares Statement setzt und den Charakter konsequent unterstreicht.
Starke Charaktere mit starken Outfits brauchen auch starke Düfte, um ihre Persönlichkeit zu unterstreichen. Nicht unbedingt stark im Sinne von Sillage, sondern Düfte, die genau zu ihrer Haltung passen. Dabei geht es nicht nur um den äußeren Look, sondern auch um die Energie einer Figur – ihr Auftreten und das, was bleibt, wenn sie längst wieder im Aufzug verschwunden ist.
Miranda ist das, was viele gern wären, aber nur sehr wenige wirklich sein können. Sie bittet nicht um Aufmerksamkeit – sie bekommt sie in dem Moment, in dem sie den Raum betritt. Ihre Präsenz ist kühl, messerscharf und bis ins Detail durchkomponiert. Sie spricht nicht viel, aber das, was sie sagt, hat Gewicht. Und genau so müsste auch ihr Duft sein: nicht zuckrig, nicht verspielt, nicht nett. Sondern ein Parfum mit Haltung, das teuer riecht und an hochwertige Stoffe auf der Haut denken lässt. Für Miranda passen deshalb vor allem pudrige, florale, moschusartige und leicht aldehydische Duftfamilien. Also Düfte, die auf den ersten Zug fast schon ein bisschen zu stark wirken könnten – Lippenstift, Puderquaste, Haarspray, Pelz, Make-up-Tasche. Eher diese Art von Duft, bei der man im ersten Moment denkt: wow, ganz schön viel. Und im zweiten merkt: genau das ist der Punkt. Sie trägt einen Duft, der fast zu viel ist, aber so präzise gemacht, dass er am Ende wirkt, als wäre er ausschließlich für sie komponiert worden.
1. Bon Parfumeur – 302
302 lebt von genau dem Kontrast, der Miranda so spannend macht: kalter Weihrauch trifft auf warme Ambernoten, dazu holzige Facetten und eine feine, trockene Süße. Das Ergebnis ist nicht kuschelig, sondern berauschend kontrolliert. Genau deshalb passt der Duft so gut zu ihr. Miranda kann in einem Moment eiskalt wirken und im nächsten auf eine sehr eigene Art zeigen, dass unter der harten Oberfläche eben doch mehr liegt als reine Strenge. 302 spielt mit genau diesem Wechsel. Kein lauter Drama-Duft, sondern einer mit Spannung, Tiefe und einer Eleganz, die nie geschniegelt wirkt. Wahrscheinlich der Duft, den Miranda an einem ganz normalen Dienstag tragen würde – falls es in ihrem Kalender so etwas überhaupt gibt.
2. Naomi Goodsir Parfums – Iris Cendré
Iris Cendré ist Eleganz mit Puderquaste. Der Duft ist pudrig, floral und hat genau diese leicht vintagehafte Aura, die bei Miranda sofort Sinn ergibt. Ja, im Auftakt blitzt kurz etwas Helleres auf, was auf dem Papier vielleicht nicht ganz nach ihr klingt. Aber das legt sich schnell, und dann zeigt der Duft sein eigentliches Gesicht: kühl, fein, etwas distanziert und trotzdem nie langweilig. Durch Weihrauch, Tabak und Ambra bekommt er später noch eine würzige, fast rauchige Tiefe, die ihn deutlich interessanter macht als einen klassischen Puderduft. Genau dieses kleine Hin und Her passt gut zu Miranda. Sie wirkt oft unnahbar, ist aber nie eindimensional. Iris Cendré riecht deshalb weniger so, wie sie vielleicht tatsächlich riechen würde, und mehr so, wie es sich anfühlt, in ihrer Nähe zu sein.
3. Byredo – Blanche Absolu de Parfum
Wenn Miranda lose an Anna Wintour erinnert, dann darf ein Duft mit aldehydischer Strahlkraft natürlich nicht fehlen. Chanel No. 5 wäre dafür die naheliegende Referenz – Blanche Absolu de Parfum ist die modernere, glattere Cousine dazu. Der Duft startet mit Aldehyden, schwarzem Pfeffer und einer klaren, fast makellosen Frische. Dazu kommen Rose, Veilchen und eine saubere, pudrige Floralik, die niemals niedlich wird. Später wird alles etwas weicher, hautnäher und cremiger, mit Moschus, Cashmeran und Sandelholz. Das Schöne an Blanche Absolu ist, dass der Duft hochwertig und geschniegelt wirkt, ohne altmodisch zu kippen. Er hat Klasse, Präsenz und genau dieses kontrollierte Luxusgefühl, das Miranda so gut steht. Nicht zu viel, nicht zu wenig – einfach sehr bewusst dosierte Autorität.
Andy Sachs ist nicht die Lauteste im Raum – und genau das macht sie interessant. Sie hat einen klaren Traum, steht am Anfang aber erst einmal vor einer ziemlich großen Hürde: Runway. Plötzlich ist da dieser ganze Trubel, eine Chefin, die mit einem Blick ganze Tage ruinieren kann, und eine Kollegin, die anfangs kaum eigensinniger und anstrengender sein könnte. Kein Wunder also, dass Andy am Anfang eher wirkt, als wäre sie im falschen Film gelandet. Aber genau das ändert sich. Sie arbeitet sich rein, beweist sich und zeigt ziemlich schnell, dass sie sehr wohl das Zeug dazu hat, in dieser Welt nicht nur mitzulaufen, sondern erfolgreich zu sein. Und genau dieser Wandel spiegelt sich auch in den Düften, die zu ihr passen. Anfangs eher floral, weich und etwas zurückhaltender – später dann immer noch feminin, aber klarer, selbstbewusster und mit mehr Tiefe. Für Andy funktionieren deshalb vor allem florale, grüne, sanft holzige und cleane Duftfamilien. Nichts, was gleich den ganzen Raum übernimmt, aber auch nichts, was sich wegduckt.
1. Parle Moi de Parfum – Totally White / 126
Totally White / 126 passt ziemlich gut zu Andy in ihrer Anfangsphase bei Runway. Der Duft wirkt feminin, sauber und eher zurückhaltend, aber nie farblos. Genau wie Andy am Anfang: noch etwas vorsichtig, aber längst nicht so unscheinbar, wie sie auf den ersten Blick wirkt. Er ist weich und floral, ohne ins Süßliche zu kippen, und nicht laut – bleibt durch seine klare Struktur aber trotzdem im Kopf.
2. Bon Parfumeur – 003
003 bringt mehr Bewegung rein. Grüner, frischer, wacher – aber immer noch so kontrolliert, dass der Duft nie nach klassischem Frischekick riecht. Für Andy ist das spannend, weil er genau diesen Moment einfängt, in dem sie beginnt, sich in der Runway-Welt nicht mehr nur zurechtzufinden, sondern darin auch sichtbar zu werden. Der Duft hat Leichtigkeit, aber eben auch Struktur. Er wirkt modern, intelligent und selbstbewusst, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen.
3. Kismet Olfactive – The Poet
The Poet ist die erwachsenere Andy-Version. Florale Noten treffen hier auf Hölzer, Harze, Weihrauch und Sandelholz, was dem Duft deutlich mehr Tiefe gibt, ohne ihn schwer oder aufgesetzt wirken zu lassen. Genau deshalb passt er so gut zu ihrem selbstbewussteren Auftreten. Der Duft hat Substanz, aber keine Schwere. Er riecht nach jemandem, der angekommen ist, ohne sich dafür neu erfinden zu müssen. Also ziemlich genau nach der Andy, die am Ende nicht nur mithält, sondern längst ihren eigenen Ton gefunden hat.
Emily ist genau die Art von Kollegin, auf die man am Anfang absolut keine Lust hat. Verbissen, ein bisschen zu ehrgeizig und immer mit einem fiesen Seitenhieb in der Hinterhand. Aber man muss ihr auch lassen: Emily lässt sich von niemandem kleinmachen und schon gar nicht den Glamour klauen. In ihren schicken Outfits und glitzernden Heels stöckelt sie durch die Flure von Runway und versucht, für Miranda alles sofort zu erledigen – egal, wie hektisch es gerade wird. Zu so einem Auftritt passt natürlich kein stiller, braver Duft. Emily braucht etwas Glamouröses: fruchtig, aber nicht klebrig süß, dazu würzig, ein bisschen floral und gern mit einem Hauch Leder, der Selbstbewusstsein mitbringt. Vor allem aber braucht sie Düfte mit echter Sillage. Emily kann nichts mit einem Parfum anfangen, das nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Sie braucht einen Duft, der genauso belastbar ist wie ihr Kalender: präsent, langanhaltend und immer einen Tick drüber – aber auf die gute Art.
1. Room 1015 – Cherry Punk
Cherry Punk ist ein bisschen rebellisch, fruchtig und ledrig – also genau die Art Duft, die Emily ziemlich gut steht. Er hat dieses modebewusste, trendklare Etwas und fängt damit perfekt ihre Energie ein. Nicht umsonst ist der Duft der britischen Modedesignerin Vivienne Westwood gewidmet und schreit damit ohnehin schon ziemlich laut nach Modehaus und Fashion-Attitüde. Fruchtige Süße trifft hier auf weiche Facetten und geht dann in eine warme, ledrige Tiefe über. Genau das macht ihn für Emily so passend: Er fällt auf, bleibt lange auf der Haut und spiegelt ihr Stilbewusstsein genauso wider wie ihren Hang dazu, lieber einen Tick zu viel als einen Tick zu wenig zu sein. Cherry Punk zeigt Haltung, genau wie Emily selbst. Und an besonderen Abenden würde sie wahrscheinlich eher zum Cherry Punk Extrait greifen, um noch ein bisschen mehr im Fokus zu stehen.
2. D.S. & Durga – Black Magenta
Black Magenta riecht wie New York bei Nacht – die Stadt glüht, alles ist in Bewegung und niemand denkt auch nur ans Nachhausegehen. Genau das fängt der Duft ziemlich gut ein. Er ist fruchtig, floral, würzig und hat diese magnetische Ausstrahlung, die sich garantiert nicht in den Hintergrund schieben lässt. Irgendwo zwischen Neonlichtern, Großstadtluft und einer dunkleren, fast mysteriösen Facette bleibt er sofort hängen. Gerade deshalb passt er so gut zu Emily. Sie ist genau die Art Person, die bei Presseterminen, Modeshows und all den anderen wichtigen Events in New York nicht am Rand steht, sondern mittendrin. Black Magenta hat diesen Großstadt-Flair, der perfekt zu ihr passt: auffällig, stylish und mit genug Tiefe, um nicht nach kurzer Zeit wieder zu verpuffen. Und weil so ein Abend schnell mal ein paar Stunden länger dauert, ist genau das wichtig – Emily braucht schließlich einen Duft, der genauso lange durchhält wie sie selbst.
3. Atelier Materi – Rose Ardoise
Rose Ardoise zeigt eine etwas andere Seite von Emily: erwachsener, ruhiger und souveräner. Nicht hektisch, nicht laut, sondern sehr professionell. Denn genau das ist sie am Ende eben auch – sie weiß ziemlich genau, wo sie sich wie zu verhalten hat. Gerade deshalb passt der Duft besonders gut zu Presseterminen, Dinnern, wichtigen Industry-Abenden oder immer dann, wenn Emily glamourös wirken will, ohne gleich mit der Tür ins Modehaus zu fallen. Rose Ardoise ist elegant, hat mit der Rose einen klaren floralen Kern, wirkt dabei aber nie brav. Vetiver, Leder und die würzigeren Facetten geben dem Duft Tiefe, Beständigkeit und genau dieses selbstbewusste Finish, das Emily so gut steht. Er ist nicht ihre lauteste Version – aber definitiv eine ihrer stärksten. Und genau deshalb passt er so gut zu ihrer modeaffinen, kontrollierten Seite.
Nigel ist einer dieser Menschen, die niemandem erklären müssen, warum sie beruflich genau da sind, wo sie sind. Er ist bei Runway so etwas wie der Hüter des Kleiderschranks – irgendwo zwischen Versace, Gucci und Chanel liegt seine ganz persönliche Wohlfühlzone. Stil ist bei ihm nichts Aufgesetztes, sondern komplett natürlich. Er ist ein bisschen sassy, ein bisschen schnippisch und hat trotzdem ganz klar das Herz am rechten Fleck. Genau deshalb würde auch sein Duft nie beliebig wirken. Ähnlich wie bei Miranda müsste er hochwertig riechen, klare Kontur haben und dürfte auf keinen Fall zu verspielt sein. Für Nigel passen deshalb vor allem pudrige, florale, ledrige, würzige und holzige Duftfamilien. Er könnte gut etwas Frisches tragen, aber eben nicht spritzig oder sportlich. Eher die klassisch maskuline Richtung: Oud, Moschus, trockene Hölzer, dazu etwas Iris oder florale Eleganz. Ein Duft mit Stilbewusstsein, Präsenz und genau der richtigen Portion Diva.
1. Atelier Materi – Iris Ebène
Iris Ebène verbindet die pudrige Seite der Iris mit Hölzern, Balsam und Moschus zu einem tiefen, ledrigen Duft mit floralen und pudrigen Facetten. Genau das passt zu Nigel: ein Duft mit Selbstvertrauen, der sofort nach Stilbewusstsein aussieht, ohne sich aufzudrängen. Er ist sicher nicht für alle gemacht, aber genau das macht ihn für Nigel so passend. Iris Ebène wirkt nicht übertrieben modern, und gerade das ist sein Reiz. Er erinnert eher an einen Kleiderschrank voller perfekt ausgewählter Vintage-Teile – also genau an den Ort, an dem Nigel am wohlsten fühlt.
2. BDK Parfums – 312 Saint-Honoré
312 Saint-Honoré ist musky, pudrig und sehr urban in seiner Eleganz. Iris, weiße Moschusnoten und eine holzige Basis geben dem Duft etwas Hochwertiges, aber nie Lautes. Für Nigel funktioniert das hervorragend, weil er eben nicht geschniegelt wirken muss, um stilvoll zu sein. Der Duft hat diese ruhige Selbstverständlichkeit von jemandem, der Mode nicht erklären muss, weil er sie längst verstanden hat.
3. Wienerblut – Unheimlich
Unheimlich zeigt die dunklere, etwas theatralischere Seite von Nigel. Iris und Jasmin treffen hier auf Castoreum, animalisches Leder und grünen Vetiver. Genau daraus entsteht diese spannende Reibung, die den Duft so besonders macht. Er ist elegant, aber hat trotzdem Biss. Nigel würde ihn wahrscheinlich an einem Freitagabend auf einer Veranstaltung tragen – dann, wenn seine Diva-Seite ruhig ein bisschen mehr Raum bekommen darf, ohne dass Wer also gerade auf der Suche nach einem Duft ist, der nicht einfach „gut riecht“, sondern eine Figur zeichnet, kann sich hier ziemlich gut bedienen. Ganz ohne Praktikumsplatz bei Runway. Vermutlich auch besser für den Blutdruck.
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